Linthebene Landschaftsraum – Raumplanung Tagesexkursion

A&K Tagesexkursion, Freitag, 13. April 2012 - Thomas Meyer Wieser, Mark Michaeli, Herbert Oberholzer

Landschaft in Bedrängnis

Einem Grossteil der schweizerischen Bevölkerung wird die Linthebene, zumindest namentlich bekannt sein. Die Korrektion der Wasserläufe in dieser ehemaligen Feuchtlandschaft stehen historisch am Anfang einer ganzen Reihe von grossräumigen Ingenieurbauwerke, welche im Laufe des 19. Jahrhunderts in ebenso umfassender Weise wie das durch die Industrialisierung angeheizte Wachstum der Städte die in den mit Seen übersäten Niederungen des Mittellandes und der Voralpen veränderte.

Die in den Jahren 1807 bis 1816 durchgeführte erste wasserbauliche Korrektion stellt einen entscheidenden Wendepunkt im Umgang mit der Landschaft in dieser Region dar. Mit der durch den Kanal beschriebenen geraden Linie wurde bereits damals eine historische Kulturlandschaft derart überform, dass eine bis heute dominante räumliche Ordnung der Landschaft geschaffen wurden, welche nur in Teilen die bestehenden Orientierungen, Wege und Verbindungen fortschrieb, bis heute aber unser Bild der Landschaft beschreibt, ein Phänomen, welches durchaus im Nationalstrassen- und Autobahnbau des zwanzigsten Jahrhunderts wiederkehrt.

Mit der Entwicklung der Siedlungen sei ein weiteres, hochpolitisches, Thema in diesem Raum angesprochen. Denn nachdem durch die prosperierende Entwicklung der benachbarten Metropolregionen Zürich und der Agglomeration Obersee ein zügiger Ausbau der Infrastrukturen einerseits vorangetrieben werden konnte, andererseits dort inzwischen ein gewaltiger Siedlungsdruck, insbesondere an landschaftlich reizvollen Standorten besteht, rückt die Linthebene vermehrt in den Fokus der Sieldungs- und Zersiedlungsdebatte.

Eine Diskussion zur Entwicklungsfähigkeit der Landschaft muss hinterfragen, welche neue Bedeutung der Landschaft in den folgenden Generationen zukommen kann. Wie soll die Landschaft strukturell und strategisch geplant und entwickelt werden, damit auch langfristig auf Unvorhergesehenes und Unausweichliches adäquat reagiert werden kann und damit die Lebensqualität der Bevölkerung in den ländlichen Räumen aber auch den Städten langfristig gesichert werden kann? Wie sehen diese zukünftigen Räume aus, wie können wir sie entwerfen? Es geht um nicht weniger als die Sensibilisierung für eine neue Konzeption von Lebensraum und Hinterland.

Daten

Freitag, 13. April 2012 von 09.00 bis 19.00 Uhr

Tagesprogramm (vorbehaltlich Änderungen)

Rapperswil an: S7 08:52 / S5 08:55 / Voralpen-Express 08:57
09.15 HSR Hochschule für Technik Rapperswil Begrüssung: Herbert Oberholzer / Thomas Meyer-Wieser
09.30 Einführungsreferat, Prof. Dr. Daniel Speich Chassé, Universität Luzern „Die Linthkorrektion, ein Projekt zur Verbesserung von Mensch, Natur und Gesellschaft“
11.00 Abfahrt mit dem Bus, 1. Überblick: St. Othmarsberg
12.00 Mittagsessen Landgasthof "Sternen", Benken
14.00 Infozentrum Linthkanal, Markus Jud, Linthwerkführung: "Projekt Hochwasserschutz Linth 2000"
15.30 Abfahrt mit dem Bus: 2. Überblick: Kaltbrunn
16.30 HSR Hochschule für Technik Rapperswil
16.45 Referat Markus Schwizer, Präsident Regionalplanergruppe Zürichsee-Linth: "Die Rolle der Region in der Umsetzung der Neuen Regionalpolitik"
17.30 Diskussion mit "Option Leaders" der Region (ausgewählte Gemeinde-, Kantons-, Nationalräte)
19.00 Ende der Veranstaltung

Kosten

CHF 120 für A&K Mitglieder; CHF 130 für Nicht-Mitglieder
inkl. Mittagessen ohne Getränke, Charterbus, Referenten

Anmeldung (Klicken Sie hier)

Anmeldeschluss: Samstag 17. März 2012

Organisation

Thomas Meyer-Wieser, Bünishoferstrasse 39, 8706 Feldmeilen, T 044 923 54 96 - thomas@meyer-wieser.ch